Christine Stier

Jahrgang 1963, Mutter einer erwachsenen Tochter, im Hauptberuf in der Psychosozialen Beratung tätig, seit elf Jahren freiberufliche Trauer- und manchmal auch Hochzeitsrednerin. 

Mit meinem Lebensgefährten wohne ich in Wiesbaden und bin zumeist so, wie mich das Bild zeigt: Vergnügt und lebensfroh. Man muss kein Trauerkloß sein, um trauernde Menschen zu begleiten.

Drei Talente, die mich zur Trauerrednerin qualifizieren, wurden mir wohl in die Wiege gelegt: Freude an der Arbeit mit Menschen, eine Begabung für Sprache und eine tragende, klare Stimme.

1982 machte ich mein Abitur, jobbte eine Weile, studierte schließlich Religionspädagogik in Darmstadt und arbeitete von 1989 an in verschiedenen Bereichen der evangelischen Kirche: Jugendarbeit, Erwachsenenbildung, Altenheimseelsorge. Hier begann ich, Sterbende und deren Angehörige zu begleiten und die Scheu vor dem Tod zu verlieren. Den sicheren Umgang mit Ritualen und mit dem gesprochenen Wort lernte ich in dieser Zeit.

Jedoch entfernte ich mich im Laufe der Jahre zu sehr von den Inhalten und Lehren des Christentums, um bei der Kirche noch eine berufliche Perspektive zu sehen.  Deshalb legte ich zusätzlich eine Diplomprüfung in Sozialer Arbeit ab, die es mir ermöglicht, ohne Bindung an eine Weltanschauung zu arbeiten.

2005 gründeten enge Freunde das Bestattungsunternehmen Novis in Mainz - aus Überzeugung und aus Freude an diesem Beruf. Von ihnen lernte ich die Grundlagen des Bestattungswesens, und gemeinsam mit ihnen gestaltete ich die ersten Trauerfeiern für nicht kirchlich gebundene Kunden. Die durchweg positiven Rückmeldungen motivierten mich. Mittlerweile arbeite auch mit vielen anderen regionalen Bestattungsunternehmen zusammen.

Für mich ist es ein ganz besonders erfüllender Beruf - er ermöglicht wie kaum ein anderer, Lebenswege nachzugehen, Personen und Persönlichkeiten mit all ihren Facetten kennen zu lernen und Menschen in einer sensiblen Situation ein Stück zu begleiten.